NFC-Visitenkarten - Eine Zusammenfassung der Varianten

Hand mit Smartphone und NFC-Visitenkarte vor unscharfen Büro-Hintergrund

Visitenkarten sind auch heute noch fester Bestandteil im Berufsalltag, um sich zu vernetzen und Kontaktdaten auszutauschen. Dabei bringt die normale Visitenkarte eine ganze Reihe Nachteile mit sich. Zum einen ist der Platz für Informationen beschränkt, sodass oftmals die Wahl zwischen einem ansprechenden Design oder ausführlichen Informationen getroffen werden muss. Zum anderen können die Informationen schnell veralten, sei es beispielsweise durch eine neue Telefonnummer, Abteilung oder Berufsbezeichnung. Zudem muss das Gegenüber die Daten der Karte manuell in das Smartphone eingeben, um den Kontakt ins Adressbuch zu speichern – was ja das eigentliche Ziel der Vernetzung darstellt.

NFC-Visitenkarten – oft auch NFC-vCard genannt – sind eine intelligente Lösung für die genannten Probleme, da sie den digitalen Datenaustausch ermöglichen und damit sowohl die fehlerfreie Datenübertragung garantieren als auch Raum für mehr Informationen bieten. Aufbauend auf einem vorherigen Blogbeitrag (NFC-Visitenkarten im Vergleich) fasst dieser Artikel die technischen Grundlagen für digitale NFC-Visitenkarten zusammengefasst, um zeigt die Möglichkeiten von Online und Offline NFC-Visitenkarten auf.

Abkürzung für Eilige:

NFC-Visitenkarten - technische Grundlagen

Die Herausforderung beim Datenaustausch besteht wie üblich darin, ein Format zu finden, welches das Speichern und Teilen programmunabhängig ermöglicht. Das vCard Format, das in der Internet Engineering Task Force (IETF) seit 2008 unter dem Request for Comments 6350 geführt wird, beschreibt detailliert wie die Kontaktdaten gespeichert sein sollen, um den einfachen Austausch zu ermöglichen. Bekannt unter der Dateiendung .vcf kann dieses Format von allen Programmen für die Kontaktverwaltung (z.B. Outlook, Android Kontakte, iOS Kontakte) verarbeitet werden. 

Für NFC-Visitenkarten muss also ein Weg gefunden werden, um die vCard Informationen an das NFC-fähige Smartphone des neuen Kontaktes zu übertragen. Hier gibt es zwei grundlegende Varianten:

Online: Der NFC-Tag führt auf eine Website mit Kontaktdetails sowie der Downloadmöglichkeit der vCard-Datei für das lokale Adressbuch.

Offline: Der NFC-Tag enthält bereits die vCard-Datei und importiert diese per App direkt in das Adressbuch. 

Online NFC-Visitenkarten mit NFC-vCard.de 

Die Online-Variante der NFC-Visitenkarte speichert auf dem NFC-Tag eine Internetadresse hinter der sich ein Onlineprofil verbirgt. Dabei handelt es sich um eine persönliche "Mini-Website" mit allen Kontaktdaten zur direkten Ansicht sowie einer Downloadmöglichkeit zur Speicherung im lokalen Adressbuch. Dadurch, dass auf dem NFC-Tag nur eine Internetadresse hinterlegt wird, gibt es unbegrenzte Speicherkapazität – schließlich befinden sich alle Daten im Onlineprofil und nicht auf dem NFC-Tag. Neben den Kontaktdaten können somit auch Firmenlogos, Fotos, Links zu sozialen Netzwerken, Videos und noch vieles mehr hinterlegt werden. Dadurch, dass NFC-Tags mit hinterlegten Internetadressen von allen NFC-Smartphones ohne zusätzliche App scannbar sind, ist die Handhabung denkbar einfach und ist ein wirklicher Vorteil dieser Variante der NFC-Visitenkarte.

Die größte Hürde bei der Realisierung einer Online NFC-Visitenkarte ist die Einrichtung einer Mini-Website. Um dies so einfach wie möglich zu gestalten, haben wir mit NFC-vCard.de ein Portal für digitale NFC-Visitenkarten ins Leben gerufen. Das Portal erlaubt die Einrichtung und Verwaltung von NFC-Visitenkarten ohne technische Kenntnisse und wird laufend um neue Funktionen erweitert. Jetzt NFC-vCard.de kennen lernen. 

Vorteile:

  • Attraktives Onlineprofil
  • Onlineprofil jederzeit aktualisierbar
  • Unbegrenzter Speicherplatz
  • Mit allen NFC-fähigen Smartphones ohne App nutzbar

Nachteile:

  •  Onlineverbindung wird benötigt

Offline NFC-Visitenkarten mit Android/iOS/Windows

Wie der Name bereits sagt ist bei der Offline NFC-Visitenkarte keine Internetverbindung nötig, um die Kontaktdaten auslesen. Denn hier sind alle Kontaktdaten sind bereits im vCard Format auf dem NFC-Tag gespeichert. Das ist allerdings auch schon der einzige Vorteil, denn zum Speichern der Daten ist dementsprechend ein ein NFC-Tag mit größerer Speicherkapazität vonnötigen. Ein typischer NTAG213 mit 144Byte Kapazität gerade genug Platz für den Namen und eine Telefonnummer. Daher erfordert eine Offline NFC-Visitenkarte mindestens einen NTAG215 oder eher einen NTAG216 mit 888 Byte Speicherplatz (mehr über die einzelnen NFC-Tag Typen). Letzterer bietet genug Platz für Name, Nummern und Adressen, kommt allerdings auch schon bei kleinen Profilbildern an seine Grenzen. 

Das Auslesen der Offline-Visitenkarte gelingt unter Android durch einfaches Scannen, wohingegen Apple Geräte eine zusätzliche App benötigen (wie z.B. unseren kostenlosen NFC21-Reader). Entsprechend gestaltet sich die Handhabung des neuen Kontaktes, je nach verwendetem Endgerät, etwas schwieriger – schließlich sollte dieser nicht erst eine App installieren müssen, um die Daten zu erhalten. Um die Kontaktdaten selbst auf die Karte zu schreiben, werden ebenfalls zusätzliche Apps benötigt. In unseren How2s haben wir das Beschreiben von NFC-Visitenkarten für Android, iOS und Windows zum Nachmachen erklärt. 

Vorteile:

  • Keine Internetverbindung notwendig

Nachteile:

  • Ändern sich Daten, muss jede Karte neu beschrieben werden.
  • iOS Geräte benötigen Apps für das Auslesen.
  • Speicherplatz eingeschränkt (kein Profilbild möglich) / größere NFC-Tags nötig (NTAG 216).

Fazit: NFC-Visitenkarten als praktischer Anwendungsfall von NFC

Egal ob Offline oder Online NFC-Visitenkarte – beide Formate vereinfachen das Netzwerken ungemein. Beide Varianten demonstrieren anschaulich, wie NFC den (Geschäfts-) Alltag erleichtern kann. Das folgende Video fasst die obigen Punkte noch einmal zusammen. Für eine möglichst einfache Handhabung raten wir zur Online-Variante und empfehlen dafür unser  Portal NFC-vCard.de. Letztendlich muss der Benutzer jedoch entscheiden, welche Variante für seinen Anwendungsfall am besten geeignet ist. Die nachfolgende Linksammlung unterstützt dabei beide Fälle bestmöglich.

Eine Zusammenfassung gibt's nochmal im Video:

Folgende Links empfehlen wir zur Recherche und Entscheidungsfindung:

Erstellt: 26.07.2018 / Aktualisiert: 07.10.2021 2018-07-26 2021-10-07