iBeacon vs. NFC

Was ist iBeacon?

iBeacon ist ein drahtloser Übertragungsstandard basierend auf Bluetooth Low Energy (BLE). Konkret wird über Bluetooth Low Energy eine Funkverbindung zwischen sogenannten Beacons (Signalgebern) und Smartphones aufgebaut. Wie der Name vermuten lässt, wurde der Standard von Apple entwickelt.

Wie funktioniert eine Verbindung über iBeacon?

Beacons sind Funksensoren und senden in einem Umkreis von bis zu 30 m in regelmäßigen Zeitabständen ein Signal aus. Sobald sich ein Smartphone mit aktiviertem Bluetooth in diesem Bereich befindet, wird vom Beacon eine Verbindung über Bluetooth Low Energy zum Smartphone aufgebaut. Dieser Verbindungsaufbau gilt dann für das Smartphone als Signal um eine bestimmte Push-Nachricht anzuzeigen. Aktuell wird iBeacon nur von iPhones oder Smartphones mit Android 4.3 oder neuer unterstützt.

Wozu wird iBeacon genutzt?

Am häufigsten werden Beacons in Geschäften platziert, um Kunden durch Push-Nachrichten über aktuelle Angebote zu informieren. Durch besondere Angebote per Push-Nachricht sollen auch vorbeigehende Passanten zum Betreten eines Geschäfts bewegt werden. Häufig werden Beacons auch genutzt, um Kunden besser durch Geschäfte zu navigieren oder zusätzliche Informationen am Point-of-Sale zu bieten. Beacons eignen sich besonders für Marketing-Zwecke, da die Push-Nachrichten automatisch angezeigt werden, sobald man sich in der Nähe eines Beacons befindet. Es ist nicht notwendig die Verbindung zu bestätigen, was sowohl als Vorteil aber auch als Nachteil gesehen wird.

Worin unterscheiden sich iBeacon und NFC?

Benutzerfreundlichkeit

Beacons sind aus Marketing-Sicht ideal, da jeder im Umkreis Push-Nachrichten mit Werbung erhalten kann. Als Empfänger solcher Push-Nachrichten wird das unaufgeforderte Senden jedoch nicht immer begrüßt. NFC-Tags hingegen lassen sich auch für Marketing einsetzen, beispielsweise in Plakaten. Hier kann der Nutzer jedoch selbst entscheiden, ob er die Informationen abrufen möchte oder nicht.

Distanz

Da NFC ursprünglich als Standard zum kontaktlosen Bezahlen entwickelt wurde, ist die Reichweite bewusst auf wenige Zentimeter begrenzt. Dadurch wird gewährleistet, dass nicht Ausversehen bezahlt wird, sobald man sich in der Nähe einer Kasse aufhält. iBeacon hingegen wurde entwickelt, um Menschen in der Nähe eines Geschäfts oder innerhalb eines Geschäfts Werbenachrichten senden zu können. Für diesen Zweck ist die Reichweite von 30 m deutlich besser geeignet.

Kompatibilität

iBeacon wird häufig als Konkurrenz zu NFC gesehen, da dieser Übertragungsstandard im Gegensatz zu NFC von iPhones unterstützt wird. Als Entwickler von iBeacon ist es nur logisch, dass Apple diesen Standard durchsetzen möchte und eine Unterstützung von NFC eher geringe Priorität hat. Wir sehen NFC und iBeacon jedoch nicht als konkurrierende Technologien an, da beide für völlig unterschiedliche Anwendungen entwickelt wurden. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Apple NFC in Zukunft noch integriert, denn immerhin haben nahezu alle neueren Smartphones von anderen Herstellern diesen Schritt schon gewagt.

Kosten

Bisher ist ein einzelner Beacon für rund 30 Euro erhältlich. NFC-Tags hingegen sind schon für wenige Cents verfügbar. Vor allem wenn größere Mengen benötigt werden, sind NFC-Tags die deutlich günstigere Variante. iBeacon ist nicht die einzige Technologie, die sich für Marketing einsetzen lässt. Auch NFC bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Marketing. So lassen sich NFC-Tags in Plakate integrieren und Interessierte können mit ihrem Smartphone die hinterlegten Informationen abrufen. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Website, Gutscheine, Rabattaktionen oder Informationen zum Produkt handeln. Der wesentliche Unterschied beim Einsatz vom NFC statt iBeacon für Marketing ist, dass der Nutzer sich bewusst für das Scannen entscheidet und keine unaufgeforderten Nachrichten erhält. Von vielen Menschen wird diese als Variante deutlich angenehmer empfunden.  

Zusammengefasst:

  • Beacons senden unaufgefordert Push-Nachrichten, während eine NFC-Verbindung immer bewusst vom Nutzer aufgebaut wird.
  • Während Beacons eine Reichweite von bis zu 30 m haben, lässt sich eine NFC-Verbindung nur auf sehr kurze Distanzen von wenigen Zentimetern (1-4 cm) aufbauen.
  • iBeacon ist nur mit iPhones und Smartphones mit Android 4.3 oder höher kompatibel. NFC hingegen wird nach wie vor nicht von Apple unterstützt, dafür aber von allen anderen Herstellern.
  • Akkus in Beacons müssen alle 2 Jahre ausgetauscht werden. NFC-Tags besitzen keine eigene Energiequelle, also entfällt ein solcher Austausch.
  • Beacons sind mit ca. 30 Euro noch recht teuer, während NFC-Tags schon für wenige Cents erhältlich sind.

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